So zeigte sich das Kloster Neuenwalde in den Jahren um 1900 dem geneigten Besucher. Einige Details sind bis heute (2017) nahezu unverändert. Allerdings hat der Kirchturm heute keine Treppe mehr und das "rote Haus" (in dieser vom "Lithographischen Institut von Charles Fuchs" aus Hamburg herausgegebenen Darstellung von Carl Niedorf hinten rechts) wurde schon vor vielen Jahren abgerissen.
 

An den Beginn einer kurzen historischen Betrachtung unseres Klosters wollen wir ein ebenso historisches Zitat stellen:

 Im ersten Band der


"Göttingische Anzeigen

von Gelehrten Sachen
unter der Aufsicht
der Königl. Gesellschaft der Wissenschafn."

 

aus dem Jahre 1759 findet sich auf Seite 287 der folgende Text:

 

32. Stück den 15. März 1759.

 

Stade.

 

  Der Hr. Generalsuperintendent und Consistorialraht Jo. Henrich Pratje ließ im vorigen Jahr drucken, Nachrichten von dem adlichen Jungfrauenkloster Neuewalde Herzogthums Bremen. 7 Bogen in Quart. Der H. B. bemerket, daß dieses Kloster durch die Gebrüder und Vettern Graven von Diepholz vor geistliche Frauen Cistercienser Ordens gestiftet worden, wie er denn den Stiftungsbrief von 1219 wörtlich einrücket. Anfänglich ward das Kloster zu Midlum erbauet, nachher 1282 nach Altenwalde verlegt und zulezt wegen Mangel des Wassers 1334 nach Neuenwalde versetzt; bei der geseegneten Glaubensreinigung ist dis Kloster unter allen Klöstern auf dem Lande das allererste gewesen, welches das reine Evangelium von Jesu Christo angenommen, ob man schon die gewiße Zeit nicht nennen kann, es ist auch nachher bei der großen Religionsänderung in der Stadt Bremen und den benachbarten Oertern beständig dabey geblieben.

 

Eine leichter verständliche und ebenso kurzgefasste wie vollständige Geschichte des Klosters finden Sie im Internetauftritt des Neuenwalder Klosters.

 

Hier sei nur erwähnt, dass das Kloster (mit den umgebenden Gebieten) im Laufe seiner wechselvollen Geschichte unter der Herrschaft protestantischer und katholischer Regenten stand. Zeitweise stand unsere Region unter französischer Verwaltung, dann beherrschte Schweden das Gebiet.

 

Im Juli 1683 wurde das Kloster schließlich von König Karl XI in den Besitz der Bremischen Ritterschaft übergeben.

 

Seit Oktober 2014 nutzt das Evangelische Bildungszentrum Bad Bederkesa im Rahmen eines Kooperationsvertrages mit der Ritterschaft einen Teil des Klosters für seine Seminare.

 

Im Foto links ist der Eingang in das ehemalige Zehnthaus mit seinen jetzt für Seminare und Veranstaltungen nutzbaren Räumen zu erkennen.

 

Ein weiterer wichtiger Raum ist das Trauzimmer. Seit einigen Jahren werden hier wieder standesamtliche Trauungen durchgeführt. Viele Paare nutzen im Anschluss die Möglichkeit, sich in der gegenüberliegenden Neuenwalder Kirche trauen zu lassen. 

 

Zu Trauungen im Kloster finden Sie hier weitere Informationen.


Quellenangabe:
(c) 2010 Otto Edert, Neuenwalde Reformen im ländlichen Raum. ISBN 978-3-8391-9479-9

(c) 1993 Dirk Behrens, Zur Geschichte des ehemaligen Nonnenklosters und heutigen Damenstiftes Neuenwalde. Herausgegeben von der bremischen Ritterschaft in Stade ohne ISBN.