Ein kurzer Blick in Neuenwaldes Geschichte

Diese Ansichts- und Grusskarte aus den Jahren um 1900 ist eine der ältesten bildlichen Darstellungen aus der Neuenwalder Geschichte. Sie wurde seinerzeit von dem Neuenwalder(!) Verlag August Neuhaus herausgegeben.

 

Sehr viel weiter zurück reicht die Gründungsgeschichte unseres Ortes. Wie schon auf unseren Seiten über Kloster und Kirche beschrieben, geht diese zurück auf das Jahr 1334. Einer der Gründe für die Ansiedelung des Klosters war eine seinerzeit am Fluß Westerwedele (dem heutigen Neuenwalder Verbindungskanal) vorhandene Wassermühle.

Dieses Foto aus dem Jahr 1910 (wiederum auf einer Grußkarte von dem heute nicht mehr existierenden Neuenwalder Verlag Aug. Neuhaus) zeigt die letzte in Neuenwalde von einem Schäfer geführte Schafherde.
Dieses Foto aus dem Jahr 1910 (wiederum auf einer Grußkarte von dem heute nicht mehr existierenden Neuenwalder Verlag Aug. Neuhaus) zeigt die letzte in Neuenwalde von einem Schäfer geführte Schafherde.

Seit Gründung von Kloster und Ort ist Neuenwalde im wesentlichen landwirtschaftlich geprägt. Für das Jahr 1334 werden etwa 8-10 Bauernstellen angenommen. 500 Jahre später waren es ~ 100 von der Landwirtschaft lebende Haushalte mit insgesamt etwa 520 Einwohnern. In den 1920er Jahren wuchs der Ort auf über 170 landwirtschaftlich orientierte Haushalte mit rund 800 Einwohnern an. 1950 hatte Neuenwalde schon knapp über 1500 Einwohner. Etwa 180 Familien lebten von der Landwirtschaft. Kurz noch ein Blick in das Jahr 2000: 35 bäuerliche Betriebe und insgesamt knapp 1800 Einwohner. Anfang 2017 liegt die Einwohnerzahl fast auf  der gleiche Höhe wie 2000. Die Anzahl der landwirtschaftlichen Betrieb ist auf etwas mehr als 20 zurückgegangen. 

Die hier abgebildete Karte mit einem Blick in die Dorfstraße stammt aus dem Jahr 1900 (Verlag u. Fotografie H. Kohlmeyer Dorum).
Die hier abgebildete Karte mit einem Blick in die Dorfstraße stammt aus dem Jahr 1900 (Verlag u. Fotografie H. Kohlmeyer Dorum).

Die Neuenwalder Einwohner mussten sich im Laufe der Jahrhunderte immer wieder mit neuen und wechselnden Situationen auseinandersetzen. Bei seiner Gründung waren Kloster und Ort katholisch.

 

Gegen Ende des 16. Jahrhunderts nahm das Kloster die neue protestantische Lehre an. 1629 übernahmen vorübergehend die Jesuiten das Kloster um es wieder dem katholischen Glauben zuzuführen.1648 fiel die Region an Schweden um im Jahre 1712 von den Dänen erobert zu werden.

 

1808 erklärte Kaiser Napoleon das Kloster und damit das Dorf zum Eigentum von König Jerome von Westfalen, welcher Napoleons Bruder war. Damit gehörte Neuenwalde ab 1810 zum französischen 'Departement der Wesermündung'. Vier Jahre später gehörte Neuenwalde zum Königreich von Hannover und Großbritannien. Heute sind wir Teil der Stadt Geestland im Landkreis Cuxhaven.

Wir haben diesen kurzen Ausflug in die Neuenwalder Historie mit einer (Wasser-)Mühle begonnen - beschließen wollen wir ihn mit einem Blick auf eine Windmühle.

 

Diese Zeichnung von Hermann Schinzel aus Neuenwalde zeigt die Anfang des 19. Jahrhunderts auf dem Mühlenberg erbaute Galerie-Holländer-Windmühle. Sie war bis 1973 in Betrieb und wurde einige Jahre später abgerissen.

 

Viele weitere Einzelheiten, Dokumente, Bilder und Geschichten zur Neuenwalder Vergangenheit finden Sie in unserem Heimatmuseum.

 

 


Quellenangabe:
(c) 2010 Otto Edert, Neuenwalde Reformen im ländlichen Raum. ISBN 978-3-8391-9479-9

(c) 1993 Dirk Behrens, Zur Geschichte des ehemaligen Nonnenklosters und heutigen Damenstiftes Neuenwalde. Herausgegeben von der bremischen Ritterschaft in Stade ohne ISBN.

Einwohnerstatistik 2.2.17 Stadt Geestland